Neuer Starttermin für schnelles Internet im Wurzener Land

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Neuer Starttermin für schnelles Internet im Wurzener Land

Ausbau des Glasfasernetzes verzögert sich /lm September steht der künftige Betreiber fest und im November dann die jeweiligen Baufirmen. -Von Kai-Uwe Brandt

Wurzen. Das Warten hat ein Ende: Im September steht nach der europaweiten Ausschreibung nun endlich der Betreiber des künftigen Breitbandnetzes im Wurzener Land fest. Und im November schließlich soll entschieden sein, wer die circa 80 Zentimeter tiefen Gräben quer durch die Region zieht.

Die beiden Bürgermeister Bernd Laqua (Bennewitz) und Thomas Pöge (Thallwitz) sowie der Geschäftsführer der Wurzener Land-Werke GmbH (WuLaWe), Norbert Vornehm, sind zuversichtlich, dass der Ausbau des schnellen Internets dann ohne weiteren Verzug über die Bühne geht. Immerhin sollte der erste Spatenstich für die vier Kommunen des Wurzener Landes mit der Stadt Wurzen und der Gemeinde Lossatal bereits im April des Vorjahres vollzogen werden.

Als die vier Verwaltungschefs seiner Zeit im August 2018 die Enter-Taste am Laptop für den symbolischen Ausschreibungsstart drückten, ahnte keiner von ihnen, wie viele Hürden es noch zu überwinden gab. Solche Erfahrungen machen vorsichtig, sagt Bernd Laqua. Insbesondere, was den Beginn eines Projektes dieser Größenordnung betrifft.

Für den Sprung ins digitale Zeitalter flließen 40 Millionen Euro.
Einige Fakten verdeutlichen eindrucksvoll den Umfang des Vorhabens: Für den Sprung ins digitale Zeitalter fließen circa 40 Millionen Euro in die Region – 30 Millionen durch Bund und Land sowie zehn Millionen in Form von Finanzzuweisungen durch den Freistaat. Um mit dem Lichtwellenleiter bis ins entfernteste Dorf zu gelangen, werden Leerrohre über 260 Kilometer verlegt – in etwa die Strecke von Leipzig bis Prag per Auto.

Alles in allem erhalten laut Norbert Vornehm ungefähr 3000 Haushalte und 300 Unternehmen den modernen Kommnunikationsstrang bis vor die Tür installiert. Sie zählen zu jenen, die momentan unterversorgt seien, fügt Thomas Pöge an. „Unterversorgt bedeutet nach Richtlinie des Bundes eine Datenübertragung unter 30 Megabit pro Sekunde.“

260

Kilometer Lehrrohre, müssen verlegt werden, um 3000 Haushalte und 300 Unternehmen im Wurzener Land mit schnellem Internet zu versorgen.

Die Nachweispflicht oblag den Kommunen. Doch warum verzögerte sich nun der Startschuss fürs schnelle Internet? „Zwei separate Ausschreibungen dieser Dimension zuführen, ist keine leichte Aufgabe“, so Vornehm. Eigens hierfür beauftragte die am 26. September 2017 gegründete Tochter der Wurzener Land- Werke, die WuLaWe Glaserfaser GmbH, ein Ingenieurbüro. Den Terminplan ins Wanken brachte jedoch ein Bieter für das Betreiben des künftigen Glasfasernetzes.

Neuer Termin für den Spatenstich ist Im Frühjahr 2021
„Das Unternehmen teilte uns insgesamt 1300 einzelne Anschlussadressen mit, die nach seiner Ansicht über 30 Megabit pro Sekunde anliegen haben und somit nicht unterversorgt sind“, informiert Laqua. Da die WuLaWe im Nachgang der Ausschreibung einer möglichen Klage aus dem Weg gehen wollte, rechnete sie „schweren Herzens“ die jeweiligen Haushalte raus.

Dieses Prozedere wiederum kostete vier Monate. Ferner übten sich die beiden Bürgermeister zehn Monate lang in Geduld, bis endlich die letzte Finanzierungslücke des Mammutprojektes geschlossen wurde.

„Mittlerweile befinden wir uns mit der Korrektur auf sicheren Pfaden“, berichten Laqua und Pöge, die als Duo in den zuständigen Landesministerien so manchen Entscheidungsträger erst einmal vom Modell des Wurzener Landes überzeugen mussten. Zuletzt riskieren die drei Gesprächspartner dennoch den, Blick nach vorn und kündigen den Spatenstich des flächendeckenden Ausbaus für das Frühjahr 2021 an. Begonnen hatte die Breitband-lnitiative des Wurzener Landes übrigens schon im Juni 2014 mit einer Bedarfs- und Verfügbarkeitsanalyse. Im Dezember 2017 erhielten Laqua und Pöge im Berliner Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur einen Fördermittelbescheid über 16,81 Millionen Euro. Am 27. Juli 2018 ging schließlich die Zusage über 40 Prozent des Freistaates Sachsen für die WuLaWe Glasfaser GmbH ein.

LVZ 29.07.2020